KÜNSTLER-INTERVIEW mit Natalie Bayer (Natalie Bavié) vom 6. Dezember 2011


Hallo Natalie, ich freue mich, das Du Dir die Zeit genommen hast für ein Interview mit koku. Nicht nur die Künstler wollen etwas mehr von Dir wissen, über Deine Arbeit, was Du denkst und fühlst, sondern auch die Kunstinteressierten wollen wissen, wer „hinter den Bildern und Gedichten steht“.

Beginnen wir zunächst mit dem von Dir ausgewählten Eingangsbild. Meine erste Frage: Wie ist dieses Bild entstanden ?

 

Amelie, Luisa & Ann-Isabelle
Amelie, Luisa & Ann-Isabelle

 

Bei dem vorliegenden Bleistiftportrait habe ich zunächst Schwarz-Weiß-Kopien diverser fotografischer Einzelportraits der drei Kinder zu verschiedenen Optionen collagiert und hierbei - die Objekte hin und her verschiebend - nach einem harmonischen Gesamtgefüge gesucht. Ich skizzierte meine auf diese Weise greifbarer werdenden Kompositionsideen, übertrug letztlich aus einem der Entwürfe die wesentlichen Grundlinien der Köpfe und Gesichter für die Reinzeichnung des Gruppenportraits auf ein neues Blatt Zeichenpapier und arbeitete dann die den Gesichtern ihren jeweils eigenen Charakter gebenden Züge und Feinheiten heraus.

 

Gab es für Dich einen bestimmten Grund oder Anlass, dieses Bild zu malen ?

 

Ja. Anlass für die Entstehung dieses Bildes war der 50. Geburtstag meiner Mutter. Zu ihrem Festtag sollte sie ein realistisches Gemeinschaftsportrait ihrer drei Enkelinnen erhalten, von welchen das kleine Mädchen mit Zöpfen und Schnuller auf der rechten Bildseite meine Tochter ist.

  

Wie lange hast Du für dieses Bild benötigt ?

 

Für den gesamten Arbeitsprozess brauchte ich mit einer jeweils etwa ein- bis zweistündigen Sitzung pro Tag knapp eine Woche.

 

Handelt es sich hier um Dein Lieblingsbild oder welches ist Dein Lieblingsbild, kannst Du uns dies eventuell auch vorstellen ?

 

Das oben gezeigte und beschriebene Bild stellt in der Tat eines meiner wichtigsten und wertvollsten Werke dar.

 

Dennoch möchte und könnte ich keines meiner Kunstwerke klar und eindeutig als „Lieblingskind“ bezeichnen. Aus jeweils individuellem Umstand heraus entstanden empfinde ich zu jedem meiner Werke eine dem entsprechend eigene Bindung. Ich unterscheide hierbei zwischen meinen „großen“ und meinen „kleinen“ Kindern: Die einen haben die angestrebte technische „Perfektion“ erreicht – Aus anderen kann und muss ich noch lernen, indem ich die Umsetzung bei künftig folgenden Werken aus meinen gewonnenen Erkenntnissen heraus weiterentwickle und verbessere.

 

Hier ein weiteres meiner „großen“, am weitesten entwickelten „Kinder“, mit dessen Ergebnis ich zufrieden bin:

 

Calla-Lilie
Calla-Lilie

Wie bist Du überhaupt zur Kunst gekommen ? Ist es erbliche Veranlagung, war es ein bestimmtes Ereignis ?

 

Ich zeichne und male seit frühester Kindheit mit großer Begeisterung. Meine Kreativität beruht auf erblicher Veranlagung. In meiner Herkunftsfamilie ist vielfältige kreative Begabung zu finden: Diese reicht von Zeichnung und Malerei über Schreiben, Musik, Gesang, Hand- und Bastelarbeiten bis hin zu Fotografie und Modellbau.

 

Mein künstlerisch begabter Vater hat während meiner Kindheit oft gezeichnet und in Öl gemalt, wobei ich staunend zusah, wie er die Farben mischte und auf den Malgrund zauberte. Er war es auch, der frühzeitig künstlerisches Talent in mir entdeckte und förderte. Mein Großonkel väterlicherseits war Bildhauer und mein Vater hat des Öfteren geäußert, dass die Wurzeln meines Gefühls für Figürliches und menschliche Proportionen in der bildhauerischen Begabung dieses Großonkels lägen.

An erstes großes Lob erinnere ich mich für eine Familie, die ich als Vierjährige gemalt hatte und die meine Eltern voller Stolz im Esszimmer aufhängten.

 

Zu Beginn meiner Schulzeit „diagnostizierten“ meine Lehrer bald „überdurchschnittlich ausgeprägtes künstlerisches Talent“. In allen Jahrgangsstufen erhielt ich sowohl von Lehrern als Mitschülern Anerkennung für meine Bilder und Texte, wobei für mich als Kind eher erstaunte Verwunderung mit diesem Lob verbunden war, als dass ich dieses verstanden hätte. Natürlich freute ich mich darüber. Jedoch war für mich Kreativität eben Kreativität – Hier gab es kein „schön“, „hässlich“, „gut“ oder „schlecht“ für mich. Malen und Gestalten gehörte einfach zu mir und meinem Leben. Niemals wäre ich selbst auf die Idee gekommen, meine Tätigkeit und ihre Ergebnisse zu bewerten. Ich dachte darüber nicht nach, sondern schuf einfach und fühlte mich dabei glücklich und zufrieden.

 

Was das Schreiben anbelangt, wollte ich schon kurz nachdem ich lesen und schreiben gelernt hatte, Schriftstellerin werden. Aus meiner kindlichen Phantasie heraus verfasste ich erste Geschichten und bastelte sogar ein Buch-Cover für meinen damaligen „ersten Roman“, der meine kindlichen Erlebnisse, Empfindungen und Tagträumereien verkörperte. Mein Gefühl für Sprache sowie die Fähigkeit, zu formulieren und „aus Worten Bilder zu schöpfen“, habe ich ebenfalls von meinem Vater geerbt.

 

Während meiner gesamten Schulzeit waren Kunst und Deutsch meine wichtigsten und u. a. stärksten Fächer, in welchen ich mein Potential entfalten konnte und stets sehr gute Noten erzielte. Ich schrieb leidenschaftlich gern Aufsätze, gestaltete Plakate für Schulfeste sowie Grußkarten für Geburtstage und vieles mehr.

 

Es war immer mein großer Traum, einen kreativen Beruf auszuüben. Sehr lange wollte ich Mode- und Grafik-Designerin werden. Während meiner Jugend fertigte ich Mode-Entwürfe und schuf eine große Kollektion weiblicher Modelle mit Bekleidungen von Bademode und Dessous über Alltagskleidung bis hin zu Abend- und Hochzeitskleidern. In einem späteren Anflug von Selbstzweifeln und persönlicher Unzufriedenheit mit mir und jenen Schöpfungen habe ich die gesamte Sammlung vernichtet, sodass hiervon leider nichts mehr übrig ist.

 

Die Möglichkeiten für eine kreative Ausbildung vor zwölf Jahren waren in der ländlichen Umgebung in Niederbayern, in der ich aufgewachsen bin, arg begrenzt bzw. überhaupt nicht vorhanden. Aufgewachsen in einer Großfamilie als erstes unter fünf Geschwistern war es zudem notwendig, schnellst möglich einen soliden Beruf zu erlernen.

 

Jedoch strebte ich schon während meiner Ausbildung zur Bürokauffrau eine Umorientierung hin zur kreativen Branche an und begann mich in meiner Freizeit mehr und mehr auf die Kunst zu konzentrieren. Beruflich habe ich dann in Werbebranche und Einzelhandelsverkauf mit Schreibwaren, Künstlerbedarf etc. als etwas kreativeren Betätigungsfeldern gearbeitet.

 

Darüber hinaus absolvierte ich ein Fernstudium in traditionellem Werbegrafik und Design. Hierdurch fand ich ein großes Stück weiter zu mir selbst, meinen Fähigkeiten und meiner damit verbundenen künstlerischen Richtung.

 

Entscheidend befreit von innerlichen Blockaden hat mich 2007 die Beschäftigung mit den Erkenntnissen, Überzeugungen und Übungen aus dem Buch „Mit offenen Augen durch die Welt“ (Gebundene Ausgabe)/“Den Weg des Künstlers weitergehen“ (Taschenbuch) von Julia Cameron, dem Nachfolgewerk von „Der Weg des Künstlers“, welches mein Mann „zufällig“ (Ich glaube nicht an Zufälle) in einer Buchhandlung entdeckte. Seither habe ich begonnen, offen zu meiner jahrelang bereits gefühlten Künstlerschaft zu stehen und gelernt, mich als solche zu bezeichnen und in der Gesellschaft zu „vermarkten“.

 

2010 gestaltete und veröffentlichte ich dann meine lang geplante und ersehnte eigene künstlerische Website. Auf die richtungsweisende Intuition meiner inneren Stimme vertrauend und dieser folgend arbeite ich unerschütterlich entschlossen am Aufbau einer langfristigen künstlerischen Existenz.

 

Mein von Klein auf vorhandenes künstlerisches Interesse, mein mich wie in keinem anderen Bereich absolutes „Zu-Hause-Fühlen“ in der Kunst, mein Aufblühen in vielfältigen Ideen und schöpferischem Handeln sowie nicht zu Letzt bestätigende Rückmeldungen bestärken mich in meinem Gefühl für meine Lebensaufgabe.

 

Kunst ist zwar nicht koku, aber koku steht auch für Kunst. Wie bist Du zu koku gekommen ?

 

Ich bin durch diverse Kontakte zu Künstlern aus dem Kunstportal mygall, die sich selbst für koku beworben haben und daran teilnehmen auf dieses Kunstevent aufmerksam geworden. Hierdurch erhielt ich den Link zur Website von koku2012. Ich habe mir diese sowie die Präsentationen, Videos und Interviews vieler teilnehmender Künstler angesehen und auf mehrfache Nachfrage, Vorschläge und Empfehlungen von Künstlern, die ich kenne schließlich beschlossen, mich selbst zu bewerben.

 

Hast Du bestimmte Vorbilder bei der Malerei ?

 

Ja, absolut. Meine größten Vorbilder in der bildenden Kunst sind aus dem Bereich der Kunstgeschichte Pierre Auguste Renoir, Claude Monet, Carl Spitzweg und Vincent van Gogh. Mich faszinieren die Bildkompositionen, Motive, Themen, Farben, technische Umsetzung und besondere Ausdruckskraft ihrer Werke sowie ihre jeweils ganz persönliche „Note“, die in den Bildern zum Ausdruck kommt. Im Falle Van Goghs finde ich darüber hinaus dessen Persönlichkeit überaus interessant.

Auch Paul Cézanne, August Macke und Jan Vermeer van Delft gilt meine Bewunderung.

Picasso fasziniert mich in seiner einzigartigen Vermarktungsfähigkeit sowie in seinen in Form von Zitaten überlieferten Aussagen und seiner damit verbundenen zutage tretenden zweifelsfreien Künstlerpersönlichkeit.

 

An Werken zeitgenössischer Künstler gefallen mir insbesondere die der Malerin Ekaterina Moré sowie der Kunstmaler Jack Vettriano und Igor Levashov. Zu meinen Favoriten und Vorbildern zählen daneben die u. a. bei Allposters.com vertretene malende Mode-Designerin Andrea Laliberte sowie die Kunstmaler/innen Marita Zacharias, Thore Kienscherf, Stefanie Ihlefeldt und Stephanie Köhl, die ich im Kunstportal mygall kennen lernte. Neu entdeckt habe ich auf der Website von koku2012 außerdem die Künstlerin Carolina Alonso.

 

Und wie sieht es in der Literatur aus? Gibt es bestimmte Lyriker , an denen du dich orientierst?

 

In der Welt der Wortkünste schaue ich insbesondere zu der Dichterin Elli Michler und Johann Wolfgang von Goethe auf. Ich habe tiefen Respekt vor Elli Michlers Lebensweisheiten, der Dankbarkeit, dem Mut, der Zufriedenheit und Freude, die in ihren Gedichten zum Ausdruck kommen. Ich finde es gut und schön, dass sie Ihrer Berufung gefolgt ist und so ganz in ihrem Element darinnen aufblüht(e). Goethe war für mich nicht nur ein großer Wortkünstler, sondern auch seine Persönlichkeit fasziniert mich. In ihr entdecke ich viele Parallelen zu meiner eigenen, was mich ermutigt und in meinem künstlerischen Denken und Weg bestärkt.

 

Fließt von den Werken deiner malenden Vorbilder etwas bei Dir in Deinen Malstil ein und kannst Du dies eventuell an einem Beispiel verdeutlichen ?

 

Ich denke, meinen eigenen Stil zu haben, der sich in Themen, Motiven, technischer Umsetzung, bunter Vielschichtigkeit und dem schwarz-weißen sowie andererseits zugleich sehr farbkräftigen und expressiven Charakter meiner Zeichnungen und Gemälde äußert.

 

Dennoch sind es insbesondere die figürlichen Kompositionen der Frauen von Renoir, Moré, Vettriano und Menschen von Monet sowie die Themen von Spitzweg oder die wunderbaren Rosen von Levashov, die mich inspirieren und deren Professionalität ich in meinem wiederum eigenen Stil anstrebe.

Da ich die bezeichneten Bilder dieser Künstler besonders schön finde, die Themen und Motive meine persönlichen Interessen widerspiegeln und ich selbst gezielter in diese Richtungen weiterarbeiten möchte, versuche ich durchaus, mich an den kreativen Ergebnissen dieser Künstler zu orientieren. Allerdings befinden sich viele meiner Bilder noch in Arbeit und noch viel mehr leben bisher ausschließlich in meiner Vorstellung und Phantasie, die erst auf Papier und Leinwand gebracht werden müssen.

 

Wie steht es mit deinen Gedichten? Greifst du bei deiner Lyrik Stile und Themen anderer Dichter auf?

 

In der Dichtung lerne ich u. a. von bekannten Lyrikern, indem ich mir deren Techniken und Stile anschaue. Inspirierend sind für mich v. a. Gedichte der Lebensweisheit und Lebenshilfe, wie die von Eli Michler. So entdeckte ich für mich die Freude, Faszination, Begeisterung und Fähigkeit, meine eigenen Erfahrungen zum Wohle anderer zu Gedichten zu formen. Dabei entspringen alle Gedichte, die ich schreibe, voll und ganz meinem eigenen Herzen und meiner eigenen Seele. Ich schreibe nur auf, was ich selbst fühlen und sehen kann oder einmal aus eigenem Empfinden und eigener Wahrnehmung heraus erfasst habe. Bevor ein Gedicht den Leser berühren kann, muss dessen Inhalt zuerst den Autor berührt haben.

 

Beschreibe doch Deinen Malstil etwas genauer. Welche Farbsorten verwendest Du am liebsten, welchen Untergrund, wie gehst Du an die Entstehung eines Werkes ran ?

 

Meine hauptsächlich praktizierten Zeichen- und Maltechniken sind Bleistift, Künstlerfarbstift, Soft- und Ölpastell auf Zeichen-, Gouache auf Aquarellpapier und Acryl auf Leinwand bereits bespannter Keilrahmen. Die Illustrationen meiner Grußkarten-Designs entstehen meist direkt auf Blanco-Karten aus dem Handel. Alle der genannten Techniken finden hier Verwendung und werden oft mit digitaler Typographie kombiniert.

 

Manchmal mische ich verschiedene Techniken untereinander, z. B. Bleistift und Künstlerfarbstift. Zum Verfeinern von Einzelheiten sowie zur Herausarbeitung und Betonung hellerer Flächen verwende ich häufig Soft-Pastellkreide.

 

Ich male (foto)realistische, figurative als auch infantile, naive, intuitive und abstrakte Bilder. Meine Themen und Motive reichen von Blumen, Stillleben, Automobilen, Landschafts- und Architekturausschnitten über Portraits, Ganzkörperabbildungen, Pferde, Katzen, Hunde bis hin zu Kinderbildern.

 

In meine Zeichnungen und Gemälde lasse ich gerne Schwarz und Weiß mit ihren grauen Zwischenstufen, Blautöne von hell bis dunkel, Gelb, Rosé, Lachs sowie Beige- und Brauntöne einfließen.

Insgesamt fallen meine Bilder jedoch meist wesentlich bunter aus, als ich mir dies ursprünglich vorgestellt und geplant hatte. Im Laufe des Entstehungsprozesses entwickeln Stift, Pinsel und Bild meist eine Eigendynamik, auf die ich kaum noch Einfluss habe. Ich denke, dass sich hier meine – gleich meinen Bildern - vielfältige, „extrem bunte“ Persönlichkeit zu Papier „drängt“.

 

Für die Entstehung eines Werkes skizziere ich meine Ideen zu einer ersten Orientierung und bildlichen Fixierung ab und an auf Karopapier. So lege ich fest, welches Format mein Bild annehmen soll. Häufig fertige ich anschließend eine Vorzeichnung auf Skizzen- oder Zeichenpapier, die ich dann als Reinentwurf auf den entsprechenden Untergrund zur Ausarbeitung übertrage.

Wenn die Komposition stimmig ist und steht, kann ich mich so besser auf den Farbauftrag oder im Falle eines Bleistiftportraits voll und ganz auf das entsprechende Gesicht sowie die Wiedergabe und Ausarbeitung seiner Züge konzentrieren, um später eine reine und gelungene Zeichnung zu erhalten.

 

Manchmal lege ich aber auch sofort los mit dem Endbild, wenn meine auf Idee und Kreativität basierende Unruhe zu ungeduldig ist, um „sachte“ vorzugehen. Vor allem die Vorzeichnungen für Gouachegemälde fertige ich des Öfteren aus dem Stegreif heraus auf Aquarellpapier an, um dann gleich mit der Malerei anzuschließen.

Allgemein entscheidet über das bevorzugte Vorgehen der Augenblick. Momentane Befindlichkeit, Situation, Leistungsfähigkeit, Lust und Laune wirken an der Art des Entstehungsprozesses mit.

 

Meinen Zeichen-, Mal- und Designstil möchte ich anhand folgender Beispiele verdeutlichen:

 

Und wie entstehen Deine Gedichte?

 

Meine Gedichte entstehen auf unterschiedliche Weise.

 

Manchmal ist es ein spontaner Ausgangsgedanke, der mich völlig unerwartet „anfliegt“, plötzliche Intuition oder eine Erkenntnis , die sich in meinem Kopf manifestieren. Ich notiere den Gedanken und damit verbunden oft schon einen ersten Reim, woraus sich dann ein Gedicht entwickelt.

 

Manchmal sind es Gefühle der Freude, Wut oder Trauer, ein Erlebnis oder das Schicksal eines anderen Menschen, welches mich in der Tiefe berührt, die mich zu Stift und Papier greifen lassen. Aus einem stark empfunden Gefühl oder zerreißender emotionaler Ladung heraus entsteht dann Lyrik in einem Zug. Nur kleine Ausarbeitungen nehme ich später noch vor.

 

Ein anderes Mal sind es Themen und Gedankengänge, die mich über mehrere Tage beschäftigen, eine Beobachtung oder ein besonderer Anlass und ich habe eine bestimmte Vision von einem Gedicht hierüber. Dann notiere ich die Bestandteile, die das entsprechende Gedicht enthalten soll und bilde aus diesen Schlagworten Reime, die ich ausfeile, bis Sinn, Takt und Rhythmus eine harmonische Einheit ergeben und ich vollends zufrieden bin mit dem Ergebnis.

  

Der Leser würde sicherlich gerne wissen, wo Du Deine Inspirationen für das Malen und Schreiben hernimmst.

 

Ich bin sehr sensibel in der Aufnahme jeglicher Form von Reizen und bedarf des künstlerischen Ausdrucks, um meine Eindrücke und Emotionen verarbeiten zu können. Das heißt, ich wüsste wirklich immer etwas zu malen und zu schreiben. Es sind die Beobachtungen meiner Umwelt, die der Natur oder eines Gegenstandes wie einer einfachen Tasse, banale ebenso wie besondere und außergewöhnliche Ereignisse oder Anlässe sowie persönliche Erlebnisse, die mich zu künstlerischem Ausdruck bewegen.

 

Was die Malerei anbelangt, führe ich eine Sammlung, die ich als „Insprirationsquelle - Motiv-Archiv“ bezeichne, in welcher ich Fotos und Bilder von Dingen sammle, zu denen ich ausgeprägtes Interesse, besondere Liebe und persönlichen Bezug empfinde. Es sind Abbildungen aus Katalogen, Broschüren, Prospekten, Zeitschriften und Zeitungen, aber auch selbst gemachte Fotografien. Bilder von Lebewesen und Gegenständen oder Kunstwerken, die mir gefallen, mich begeistern ein Gefühl der Geborgenheit und gute Laune in mir auslösen. Hummelfiguren, Künstlerpuppen, Wohnungseinrichtung, Oldtimer, nostalgisch anmutende Gegenstände, Menschen, Mode, Babys, Babyausstattung, Kleinkinder, Spielzeuge, Pferde, Rosen und Sonnenblumen beispielsweise dürfen in dieser Sammlung nicht fehlen. Dieses in Ordnern befindliche nach Alphabet und Themen sortierte Archiv entwickle ich fortlaufend weiter und blättere es immer mal wieder durch, wenn mir danach ist. Ich bezeichne diesen Akt als eines meiner „künstlerischen Stelldicheins“ nach Julia Cameron (Der Weg des Künstlers). Beim Anblick der Bilder schießen mir tausend neue Ideen durch den Kopf, neue Bilder, die aus den vorhandenen in meinem Kopf entstehen, neue Kompositionen, die ich aus den einzelnen Motiven oder einer Abwandlung dieser entstehen lassen könnte und ich bekomme sofort Lust und Antrieb zu malen. Auch bei Wunschgemälden von Familienmitgliedern, Freunden, Bekannten oder Privatpersonen als Auftraggeber entwickle ich sofort oder zumindest ziemlich schnell Ideen aus „Kopf und Seele“ heraus.

 

Im freien, kreativen Schreiben finden zunächst alltägliche Beobachtungen, Begegnungen und Erlebnisse Platz. Tiefgründigeres tritt entweder im Laufe des Schreibprozesses zu Tage oder ich „erwische“ es, indem ich mich selbst dazu anhalte, meine Tagträume, bei denen ich mich häufig ertappe, aufzuschreiben. Zum Verfassen gehaltvoller Texte bewegen mich daneben die eingehende Beobachtung meiner Umwelt sowie mein fortwährend selbstständiges Erforschen von Gegebenheiten, Fragen nach Antworten und Suchen nach der Wahrheit. Insbesondere lösen Bücher, die Atmosphäre einer Bibliothek, Lieblingsmusikstücke, die Natur sowie die Ungerechtigkeiten in der Welt, das Leid der Menschen und intensiv bis heftigst empfundene Emotionen den Reiz zu schreiben in mir aus.

 

Und wo malst Du ? Hast Du ein eigenes Atelier ?

 

Ich arbeite in unserer Wohnung am Stadtrand Münchens, in der ich mit Mann und Tochter lebe. Hier habe ich mir eine Atelier-Ecke im Wohn- und Esszimmer eingerichtet, in der sich all meine Kunstutensilien und Bücher befinden und in welcher ich zeichne, male, designe und schreibe. In unmittelbarer Nähe steht der Esszimmertisch, der mir Platz zum Malen bietet und den ich aus Gründen der räumlichen Gegebenheiten häufig nutze. Aus weiteren Aspekten bezüglich bequemen Arbeitens und effektiver Zeitnutzung schreibe, skizziere und zeichne ich außerdem auf der Couch, dem Balkon, in der Küche, beim Arzt im Wartezimmer oder draußen auf einer Parkbank. Ein eigens meiner Kreativität und Kunst gewidmeter und bestimmter Raum ist jedoch ein großer Wunsch und Lebenstraum von mir und stellt ein erstrebenswertes Ziel für mich dar. Allerdings knüpfe ich dieses nicht als Bedingung an meine Künstlerschaft und ihren kreativen Weg.

 

Atelier / Malstelle
Atelier / Malstelle

 

Gibt es bestimmte Themenbereiche, die Du immer wieder in der Malerei aufgreifst ? Oder gibt es Zeitabschnitte, in denen Du bestimmte Themen bevorzugst oder bevorzugt hast ?

 

In meinen Bildern und Grußkarten taucht immer wieder das Thema Babys und Kleinkinder wie deren niedliche, bunte kindliche Welt in Form von Babyausstattung und Kinderspielsachen auf. Ich finde die Kleinen süß und mich faszinieren ihre einfache und doch so vielfältige und großartige Welt der Vielfalt und des Spiels, der Faszination und des Begreifens, die meines Erachtens schon eine Kunst für sich sind. Hieraus entstehen sowohl Portraits als auch Geburts- und Taufkarten sowie Kinderzimmerbilder.

 

Das Thema Mensch begeistert mich im Allgemeinen. Es entstehen immer wieder Portraits und Ganzkörperabbildungen von Frauen - oft weibliche Schönheitsideale und die Mode, die sie tragen, finden sich in meinen Werken wieder. In meiner Jugend zeichnete und malte ich fast ausschließlich Mannequins und fertigte Modeentwürfe.

 

 

Beeinflusst Dich die Umwelt, politische oder soziale Themen bei der Malerei oder ähnliches, oder versuchst Du mit der Malerei ein Freiraum der Entspannung , des Abschaltens zu schaffen ?

 

In der bildenden Kunst schaffe ich mir eher Freiräume der Entspannung, eine Welt in der ich mich wohlfühle, als dass ich mich mit politischen oder sozialen Themen beschäftigen würde. Trauriges, Bilder des Schreckens und Ungerechtigkeit gibt es genug auf der Welt. Die möchte ich nicht in meinen Bildern haben. Ich konzentriere mich auf die Details des Alltäglichen, das so viel Schönheit ausstrahlt, in unserer schnelllebigen, von Informationen überfluteten Zeit aber oft nicht mehr gesehen wird. Es sind vorwiegend meine eigenen Ideen, die mich drängen, Bilder zu schaffen. Malerei und Grußkarten-Design bieten mir breiten Raum für meine Interessen sowie die Möglichkeit, Schönheit in jede Situation zu bringen. Hierbei strebe ich nicht an, „das Rad neu zu erfinden“, sondern das, was ist, in ein edles Licht zu setzen, das wahrgenommen wird, um somit neue Entdeckungen und Sichtweisen zu ermöglichen.

 

In der Schreibkunst hingegen nehme ich indirekt und oft verallgemeinert durchaus Bezug auf politische, soziale und gesellschaftliche Gegebenheiten, die mich persönlich stören und ärgern, wie zum Beispiel in meinem Gedicht „Unerwünscht“ (→ http://www.ateliergalerienatalie.de/die-galerie/wortwerkstatt/poesie-album/gedichte-aus-dem-leben#unerwuenscht), welches die scheinbar „Schwächeren“ verteidigt. Es nimmt Bezug auf die überhebliche Arroganz vieler beruflich, finanziell und sozial „Bessergestellter“ gegenüber z. B. ärmeren, weniger gebildeten, gesundheitlich beeinträchtigten Bevölkerungsschichten und auf ihre Weise andersartigen Leuten, eben allen, die nicht dem gesellschaftlich gern gesehenen Bild der „Norm“, der „reibungslos erfüllten Erwartung“ und des „Ideals“ entsprechen. Es nimmt außerdem Bezug auf die gesellschaftliche Diskriminierung psychisch Kranker. Hier herrscht unglaubliche Ungerechtigkeit. Auch diesen Teil der Kunst brauche ich. Hier findet u. a. mein rebellisches Naturell seinen Platz. Ich kann meine Wut und meinen Wunsch nach Veränderung im Guten äußern, es so sagen, wie es in meinem Herzen steht, ohne dabei von voreingenommenen und festgefahrenen Besserwissern unterbrochen zu werden. Meine Gedichte wollen auf eine gewisse Weise provozieren, dabei zum Nachdenken anregen und auch den Blick für Neues, Vorhandenes, (noch) nicht Gesehenes öffnen. Meine Gedichte sollen aber auch stets ein liebender und wohlwollender Versuch sein, Einfühlungsvermögen, Verständnis, Mut und Kraft zu spenden sowie „die Hand zur Versöhnung“ zu reichen.

 

Es heißt immer wieder, Künstler wären Chaoten. Gerne wird dabei auf die Bilder aus Ateliers verwiesen, wo scheinbar niemand mehr etwas finden kann. Wie steht es bei Dir damit ?

  

Also ich bin definitiv in vollem Ausmaß der Künstlerchaot, wie man ihn sich vorstellt. Es sammeln und stapeln sich sämtliche Skizzen und Notizen auf dem Schreibtisch, werden auf Dauer samt Künstlerbedarfsmaterialien beinahe wahllos ohne jegliche Ordnung und jegliches System scheinend in diversen Schubladen, Nischen und Schränken meines räumlichen „Künstlerfeldes“ verstaut. So sieht es zumindest oberflächlich einigermaßen ordentlich aus, wobei dennoch immer und überall irgendetwas von mir herum liegt.

 

Grundsätzlich habe ich mir zwar ein gewisses Ordnungs- und Ablagesystem zugelegt und versuche diese Ordnung zu wahren. Doch nimmt dieses im Laufe meiner Schaffensprozesse immer wieder eine zweit- bis letztrangige Rolle ein.

 

Auch habe ich einen „Sammeltick“, der Kataloge, Zeitschriften, Zeitungen, Prospekte, Abbildungen und sämtliche Aufzeichnungen beinhaltet, nach dem Motto: „Man könnte es ja irgendwann noch einmal gebrauchen ...“.

Bei meinen Arbeiten am PC verläuft es ähnlich. Die Ordner voll von Entwürfen, die ich wohl nie mehr brauchen werde.

Und hätte ich ausreichend Platz, so würden wohl auch noch etliche Sammelfiguren von Goebel, Künstlerbabypuppen, Modell-Autos und sogar Kinderspielzeuge wie Schleich-Tiere, Evi-Love-Püppchen und edle Steffi-Love-Damen in glamourösen Prinzessinnen- und Ballkleidern meine Regale füllen. Obwohl ich innerlich immer ein „Kind“ geblieben bin, natürlich nicht zum Spielen, sondern einfach, weil ich mir diese Dinge gern ansehe und sie gute Laune sowie ein Gefühl der Geborgenheit in mir auslösen.

 

Halbjährlich bis jährlich der packt mich der „Rappel“, weil ich mich nicht mehr wohl fühle in meinem „immer größer werdenden Chaos“ und ständig meine Sachen suchen muss. An diesem Punkt angelangt misste ich einmal gründlich aus, schmeiße Altes weg, sortiere meine Notizen, Schriftstücke, hefte und ordne Geschriebenes, Aufzeichnungen und Bilder gewissenhaft in ihren jeweilig zugeteilten Ordnern und Mappen ab und schaffe übersichtliche Prioritäten für meine angefangenen Arbeiten und weiteren geplanten Projekte sowie – natürlich, wie sollte es anders sein – Platz für Neues. Danach fühle ich mich erleichtert und befreit und nehme mir fest vor, bin überzeugt, diese Ordnung künftig penibel einzuhalten. Eine Weile funktioniert dies ganz gut, nimmt im Laufe der Zeit jedoch an Ernsthaftigkeit, Motivation und Effektivität ab.

 

Nach einem weiteren halben bis ganzen Jahr sieht es auf einer schöpferisch weiterentwickelten Ebene „wieder genauso aus wie vorher“.

 

Was machst Du beruflich ?

 

Da ich die letzten drei Jahre meine kleine Tochter versorgt habe und davor arbeitsunfähig erkrankt war, bin ich derzeit Hausfrau. Seit Herbst 2011 besucht mein inzwischen dreijähriges Kind den Kindergarten, sodass ich wieder an berufliche Verwirklichung denken kann. Ich treffe aktuell Vorbereitungen zu einer angestrebten Existenzgründung. Sobald diese erfolgt sind, werde ich mich als Zeichnerin, Malerin, Grußkarten-Designerin, Lyrikerin, E-Book-Autorin und -Marketerin selbstständig machen. Neben völlig freiem, unabhängigen Schaffen möchte ich Auftragsarbeiten für Portraits, Wunschbilder, Kinderzimmerbilder, Karten und Gedichte anbieten und ausführen. Zur finanziellen Unterstützung meines Geschäftsaufbaus, Finanzierung von Fortbildungen und Sicherung des Lebensunterhaltes möchte ich – soweit und solange notwendig - gerne im Einzelhandel mit Künstler- und Bastelbedarf, Schreibwaren, Büchern, Dekorations- und Geschenkartikeln oder Bekleidung arbeiten.

  

Ist die Malerei für Dich neben der beruflichen Tätigkeit Entspannung oder quasi ein zweiter Beruf ?

 

Emotional betrachtet ist die Kunst für mich definitiv nicht nur ein zweiter, sondern sogar mein Hauptberuf. Kunst ist mein Leben. In ihr liegt mein persönlich größtmögliches Einsatz-, Schaffens- und Entwicklungspotential, für welches ich meine Energie leidenschaftlich gern einsetze. Für die Zukunft möchte ich mittel- bis langfristig keinem anderen Beruf mehr nachgehen als dem der Künstlerin und Schriftstellerin. Meine Vision mag für manch einen unrealistisch und ich illusorisch und „eingebildet“ anmuten. Dabei bin ich eher Selbstzweiflerin als dies. Trotzdem bin ich tief überzeugt von meinem „JA zur Künstlerschaft“, sodass ich das Ziel künstlerischer Unabhängigkeit entschlossen verfolge, weil ich es ganz klar und eindeutig erreichen will. Ich glaube fest daran, dass mein Traum nach entsprechender Ausreife langfristig Wirklichkeit werden wird.

 

Sunshine Glamour Butterfly
Sunshine Glamour Butterfly

 

Hast Du noch Zeit zu lesen oder Musik zu hören ?

 

Lesen und Musik hören sind feste Bestandteile meines Lebens. Musik höre ich sowohl zur Entspannung, dem Verarbeiten von Gefühlen als auch zur Motivation, oft bei künstlerischer oder Arbeit im Haushalt. Meine Lesevorlieben liegen in Lyrik sowie Sachliteratur aus den Bereichen Kunst, Kreativität, Psychologie, Lebenshilfe und Marketing. Weniger bis kaum Zeit bleibt hier für Romane zum reinen „Abschalten“, da ich in meiner Wissbegierde vorwiegend an autodidaktischer Weiterbildung interessiert bin, wobei mich dies aber genauso wie das Lesen eines Romans zufriedenstellt und damit entspannt.

 

Wer sind Deine Lieblingsautoren ?

 

Zu meinen Lieblingsautoren zählen Kristín Marja Baldursdóttir, Julia Cameron, Almudena Grandes, Anna Gavalda, Natalie Goldberg und Thomas Schäfer.

 

Und wessen oder welche Musik hörst Du am liebsten ?

 

Am liebsten höre ich deutschen Rock, Pop, Chanson und Soul, zum Teil Rap und Reggae sowie gelegentlich klassische Musik und auch mal mitreißenden Schlager. Keinesfalls fehlen dürfen in meinem Musikrepertoire Rosenstolz, Xavier Naidoo, Die Söhne Mannheims, Herbert Grönemeyer und Udo Lindenberg. Sie alle haben ihren eigenen, unverkennbaren Musikstil, den sie erfolgreich ausleben. Daneben gefallen mir mehrere Stücke – wie man so schön sagt - „querbeet“ über den Musikbereich verteilt. So höre ich auch gerne viele Lieder von U2 (Lieblingslied One), Right Said Fred (am liebsten Love Song) UND: Zur Zeit mit Vorliebe Tim Bendzko, v. a. Wenn Worte meine Sprache wären und Nur noch kurz die Welt retten.

  

Bei koku2012 wird es auch Musik und Lesungen geben. Wirst Du selbst anwesend sein und ausstellen oder virtuell ausstellen ?

 

Ich stehe noch ziemlich am Anfang meiner künstlerischen Karriere. Meine Werke möchte ich noch um ein großes Stück weiter ausbilden sowie ihren Bestand deutlich vergrößern. Mein Gefühl sagt mir, dass es richtig und wichtig ist, nichts zu überstürzen und mit realen Ausstellungen noch zu warten, bis meine Kunst und ich wirklich bereit dafür sind. Nichtsdestotrotz finde ich es wichtig, jetzt schon anzufangen und „erste Schritte“ zu unternehmen sowie meine Werke „zu zeigen“, sodass ich bei koku2012 virtuell ausstellen werde.

 

Was hältst Du von der Idee, ein Künstlerfestival über eine ganze Region zu veranstalten und - wenn Du teilnimmst - was erwartest Du davon und dort ?

 

Ich finde die Idee großartig, zumal sie auf Eigeninitiative motivierter Künstler aufbaut. Ich habe großen Respekt vor Lisa Winters Motivation, Einsatzbereitschaft, ihrem Ideenreichtum, ihrem Mut, außerordentlichen Organisationstalent und ihrer ausgeprägten Begabung, ihre Pläne in die Tat umzusetzen.

 

Bedeutend erscheint mir, dass sehr viele Künstler aus unterschiedlichen Schaffensbereichen die Möglichkeit haben, sich an koku2012 zu beteiligen und alle – in welcher Sparte und auf welcher Entwicklungsebene auch immer sie sich bewegen - die Chance erhalten, sich und ihre Kunst mit einzubringen, beispielsweise per Interview oder virtueller Ausstellung.

 

Ich bin sicher, dass das reichhaltige Angebot von koku2012 ein großes Publikum anziehen und ansprechen wird. Die Vermutung, dass jeder Besucher in der großen Vielfalt etwas für sich entdecken wird, das ihn besonders anspricht, liegt nahe.

 

Durch meine Teilnahme per Interview, Video und virtueller Ausstellung erhoffe ich mir eine Erhöhung meines Bekanntheitsgrades. Ich möchte Aufmerksamkeit und Interesse im Betrachter und Leser wecken und ihn dazu einladen, mich und meine Kunst kennen zu lernen und sich eventuellen persönlichen Bezug bzw. sogar den Beginn einer Freundschaft zu meinen Werken entwickeln zu lassen. Ich wünsche mir, dass so ein Band zwischen den beiden geknüpft werden kann, welches gegenseitiges Wachstum fördert und den Rezipienten dazu bewegt, meine kreativen Schöpfungen künftig mitzuverfolgen, indem er z. B. meine Website besucht, um irgendwann einmal vielleicht zu entscheiden, eines meiner Werke zu kaufen. Ich hoffe, dass sich der Kreis meiner potentiellen künftigen Sammler verstärken wird und vor allem, dass weitere Menschen meine Kunst finden und meine Kunst Menschen findet, für die sie geschaffen wird, lebt und in die Welt hinein bzw. hinaus geht ... Nicht zu Letzt würde ich mich freuen, eine Erhöhung im Eingang meiner Auftragsarbeiten verzeichnen zu können.

 

Nun haben wir schon vieles von Dir gehört. Kannst Du uns noch etwas mehr von Dir selbst berichten ?

 

Meine Persönlichkeit gestaltet sich künstlerisch kreativ - chaotisch - kompliziert. Ich bin Perfektionist, schüchtern und dennoch entschlossen genug, um rebellisch zu sein, wenn Situation und Gefühl es erfordern. Alles in Allem verkörpere ich eine „multiple“ Persönlichkeit voller Widersprüche in sich selbst von komplex bis ziemlich kompliziert. Und ich vermute, dass gerade dies die mit wichtigsten Eigenschaften sind, die mich befähigen, Kunst zu schaffen. Ich bin malende Dichterin und dichtende Malerin, zeichnende Schreiberin und schreibende Zeichnerin, bastelnde, gestaltende Schöpferin und fortwährend schöpfende Bastlerin, Gestalterin und bei all diesem experimentierfreudige, forschende Abenteurerin und Entdeckerin sowie abenteuerfreudige, entdeckende Forscherin und Experimentiererin. Genauso vielseitig, vielschichtig und verworren wie diese Aussage bin ich. Um mich verständlich, zufriedenstellend oder überhaupt mitteilen zu können bzw. wahrgenommen zu werden, stellt die Kunst in bildlicher und schriftlicher Darstellung die adäquateste, effektivste und oft einzige Ausdrucksmöglichkeit für mich dar.

Als grundsätzlich ruhige, sensible, tiefsinnige, gewissenhafte, vielseitig interessierte, wissbegierige und willensstarke Denkerin voll übersprudelnder Ideen und feurigem Schöpfungsgeist beobachte und erforsche ich eingehend und entschlüssele dadurch weitgehendst selbstständig die Welt, in der ich lebe.

Für den Weg der Künstlerin habe ich mich entschieden, weil sich der Weg stimmig für mich anfühlt und ich mich in der Kunst zu Hause fühle, sie als meine Aufgabe empfinde und im Malen, Zeichnen, Schreiben mein Leben reflektieren, meine Träume verwirklichen sowie Stärken am besten entfalten kann. In der Kreativität liegen meine effektivsten Energieressourcen sowie das größtmögliche Potential für persönliche Schaffens- und Entwicklungskraft.

 

Was erhoffst Du Dir von der Zukunft und welche Pläne hast Du selbst geschmiedet ?

 

Mein großes und langfristiges Ziel ist es, von der Kunst leben zu können. Oberste Priorität stellt für mich dar, besser zu werden, mich immer weiterzuentwickeln.

 

Aufgrund meines Lerneifers, meiner großen Wissbegierde sowie meinem tiefen Wunsch nach einer kreativen Berufsausbildung sowie dem Erreichen des Zieles „Professionalität“ möchte ich in Zukunft Malerei, Kunstgeschichte, Grafik-Design am PC sowie Kreatives Schreiben an entsprechenden Fernakademien studieren. Mein emotionaler Hang zu Frankreich bewegt mich darüber hinaus zu einem „Französisch Volllehrgang“ in Sprache und Kultur des Landes.

 

Meine Kunst bedeutet für mich mein „großes Lebensprojekt“:

 

In Zeichnung und Malerei strebe ich an, mich zunehmend auf von mir favorisierte Themen und Motive zu spezialisieren sowie mehr und mehr meinen eigenen, unverkennbaren Stil herausarbeiten. Ich habe ein ziemlich genaues Gesamtbild meiner künftigen Kunstrichtung sowie ihres Stils und Ausdrucks vor Augen. Weiterarbeiten möchte ich auf jeden Fall in die Bereiche Frauen/Figur/Mode, Raum und Atmosphäre bestehend aus Landschafts- und Architekturausschnitten, Blumen – speziell Rosen, Sonnenblumen und Lilien, Pferde, Angorakatzen und die Richtung einer modernen, Art urbanen Lebenskultur geprägt von in modernes Licht gerückter Nostalgie sowie einem exklusiven und zugleich warmen, weichen, lieblichen, harmonischen Lebensstil. Hierbei möchte ich eine klare Linie in meinen Werken sichtbar werden lassen, wobei mein Ziel nicht darin besteht, etwas gänzlich Neues zu schaffen, sondern bereits Vorhandenes in neuem, so und auf diese Weise noch nie dagewesenem, einzigartigem Licht als eigene, wiedererkennbare „Marke“ „Art à la Natalie“ zu kreieren und präsentieren. Bilder und Grußkarten, die Wohlgefühle in Betrachtern und Sammlern auslösen und ein Band positiver Assoziationen und Empfindungen zu Interessenten knüpfen und aufrecht erhalten.

 

Bei meinen Kinderbildern werde ich mich künftig hauptsächlich auf Teddybären und Prinzessinnen mit Stoff-Einsätzen und Glitzerverzierungen in „romantischen Rokoko-Stil-Kleidern“ konzentrieren. Hier sollen jeweils eigene Kollektionen entstehen.

 

Ebenso strebe ich an, meine künstlerischen Grußkarten zu einer umfangreichen, anspruchsvollen Design-Sammlung wachsen zu lassen.

 

Des Weiteren werde ich sachliterarische Ratgeber-E-Books veröffentlichen und vielleicht irgendwann das Manuskript eines Romanes an entsprechende Verlage schicken.

Auch soll ein erster Gedichtband gedruckt werden, da hierfür mehrfache Nachfrage besteht. Dies werde ich zunächst selbstständig über eine entsprechende Druckerei praktizieren, später die Bände ggf.. an ausgewählte Verlage senden.

 

Ich baue und bastele außerdem weiterhin an meiner Website. Daneben werde ich meine Präsentationen in diversen Kunstportalen im Internet ausbauen.

 

Ein weiterer nächster Schritt wird die Auslegung von Flyern im Kindergarten sowie beim Kinder- und Frauenarzt sein, um mein Angebot an Auftragsarbeiten für Baby- und Kinderportraits, Kinderzimmerbilder sowie Karten und Gedichte zu Geburt und Taufe zu bewerben.

In einer kunstinteressierten hausärztlichen Gemeinschaftspraxis in Wohnort-Nähe, die regelmäßig Bilder von Künstlern aus der Umgebung ausstellt, möchte ich mittelfristig um die Durchführung einer eigenen Ausstellung anfragen.

 

Mein wichtigstes Ziel stellt die langfristige Berufstätigkeit als Malerin, Grafikerin und Autorin dar.

 

Gibt es ein Motto oder eine Lebensweisheit bei Dir ?

 

Ja, mehrere. Zu den Wichtigsten zählen: 

  •                      der ansprechende Buchtitel »Lebe, was dich glücklich macht ...!« 

(Richard J. Leider, MVG) 

  •                      Kaizen: Fortwährende Veränderung zum Besseren

(japanische Lebens- und Arbeitsphilosophie) 

  •   die Kunst als »Wein des Lebens«

(nach einem Zitat von Jean Paul [1763 – 1825], dt. Schriftsteller) 

  •   »Licht senden in die Tiefe des menschlichen Herzens - des Künstlers Beruf!«

(Robert Schumann [1810 - 1856], deutscher Komponist & Pianist) 

  •                      »Das Leben ist ein ewiges Werden. Sich für geworden halten heißt sich töten.«
  •                      (Christian Friedrich Hebbel [1813 - 1863], dt. Dramatiker u. Lyriker) 
  •   »Ein Kind ist ein Buch, aus dem wir lesen und in das wir schreiben sollen.«

                (Peter Rosegger [1843 - 1918], österr. Schriftsteller)

           

Worauf kommt es Dir im Leben an ?

 

Besonders wichtig finde ich, sich selbst zu erkennen, an sich selbst zu arbeiten, sich darüber klar zu sein bzw. zu werden, wer man ist, wo man herkommt und wo man hin möchte. Ich finde es wichtig, dass jeder Mensch für sich individuell erkennt, wo seine persönliche Lebensaufgabe liegt. Ich bin überzeugt, dass ein jeder von uns eine ihm zugeteilte Aufgabe mit auf den Weg bekommen hat und dass jedes Wesen an seinen Platz gestellt diese ausführen sollte. Ich finde es wichtig, ICH sein zu können, so wie Gott mich schuf. Ich glaube, dass jeder etwas zu sagen oder zu geben hat, jeder kann einen wichtigen Beitrag leisten zum Wohle der Gemeinschaft in dieser Welt. Ich bin sicher, dass wir alle Teil eines Ganzen sind und dass erst wir alle zusammen das vollständige, von Gott geschaffene Bild ergeben. Wie in der Malerei kann dieses Bildes Komposition jedoch nur stimmig wirken, wenn jedes darin enthaltene Element „den richtigen Mantel“ trägt und die ihm zugeteilte Aufgabe erfüllt. Das Leben auf dieser Erde könnte so viel harmonischer sein, wenn nur alle am richtigen Platz stünden, anfangen würden, inne zu halten, einzukehren und diesen Platz einzunehmen. Viele Worte des Hasses und Schüsse des Krieges müssten nicht fallen.

 

Weiterhin kommt es mir darauf an, jederzeit nach Frieden zu streben, wo immer möglich Frieden zu stiften, Frieden zu schließen und Frieden zu halten. Die Frage ist stets: Was will ich hier lassen in dieser Welt und was will ich mitnehmen, wenn ich einmal gehe …?

 

Vor allem die Achtung der eigenen Familie, insbesondere der Eltern und der Respekt vor der Bindung zu dieser/diesen stellen für mich eine wichtige Lebensgrundlage dar. Ich glaube, dass dies essentielle Voraussetzung für ein erfülltes Leben ist.

 

Hohe Priorität haben für mich außerdem der Glaube an Gott, einen Ursprung und Schöpfer aller Dinge sowie die Achtung der zehn Gebote im christlichen Glauben, weil sie nach meinem Verständnis alle Grundlagen beinhalten, die für ein glückliches, friedvolles und erfülltes Leben notwendig sind.

 

Von meiner Grundeinstellung zum Leben erzählt auch mein Gedicht „Bild des Lebens“, welches Bestandteil meiner Video-Präsentation bei koku2012 und im Poesie-Album meiner Website zu lesen ist:  http://www.ateliergalerienatalie.de/die-galerie/wortwerkstatt/poesie-album/dichtkunstgedichte#bild_des_lebens

 

 

Zur Konfirmation alles Liebe
Zur Konfirmation alles Liebe

 

Nun noch einmal zur Kunst und zu Dir. Wo kann man Deine Werke sehen – und hier darfst Du ruhig auch durch Angabe z.B. eines Internetportals „Schleichwerbung“ machen.

 

Umfassender Ausstellungsort meiner Bild- und Wortwerke ist meine Website www.AtelierGalerieNatalie.de .Diese verlinkt außerdem auf virtuelle Ausstellungen in Kunstportalen und auf meine Kunst-Shops für Kunstdrucke, Poster, Karten & mehr, wie z. B.: www.artflakes.com/de/shop/art-a-la-natalie .    

 

Kann sich ein Interessent an Dich wenden, wenn er ein Original kaufen will oder ein Gedicht in Auftrag geben möchte?

 

Aktuell verkaufe ich – außer bei individuellen Auftragsarbeiten - selten Originale, da sich viele Bilder in Privatbesitz und Familie befinden und ich noch zu wenig Zeit finde, um laufend neue Bilder anzufertigen. Im Einzelfall kann aber gerne angefragt werden. In jedem Fall kann sich für Auftragsarbeiten an mich gewandt werden. Ich fertige Portraits, Kinderzimmerbilder und Grußkarten. Für anderweitige Wunschbilder kann ebenso über die Kontaktmöglichkeiten auf meiner Website angefragt werden. Des Weiteren nehme ich Aufträge für Dichtungen zu besonderen Anlässen wie Geburt, Taufe, Geburtstag und Hochzeit entgegen, in die mit entsprechenden Informationen durch den Kunden über den Anlass und die Person(en), für welche das Gedicht bestimmt ist, individuell gewünschte Elemente eingebaut werden können.

  

Fällt es Dir schwer, Dich von Originalen zu trennen ?

 

Wenn ich ein Bild für eine bestimmte Person fertige, die ich vor meinem geistigen Auge habe, sei es bei einer Geschenk- oder Auftragsarbeit, dann fällt es mir nicht schwer, mich von dem betreffenden Original zu trennen. Bereits während des Schaffensprozesses widme ich das Werk voll und ganz dem/der Auftraggeber/in bzw. Zielperson. Das Endergebnis ist dann einzig für die entsprechende Person bestimmt. In meinem Besitz hat es nichts verloren – Es gehört hinaus in die Welt.

 

An manchen persönlichen Werken, die unabhängig von äußeren Wünschen entstanden sind, hänge ich schon. Bei besonders gelungenen Werken kostet es mich in diesem Fall durchaus Überwindung, sie aus meinen Händen zu geben. Weniger gelungene Bilder hingegen mag ich aus meiner eigenen Unzufriedenheit heraus, meinem Gefühl des „nicht wert, nicht gut genug“, damit verbundener Scham gegenüber der Außenwelt und einer gewissen „Schuld“, die ich meinem Empfinden nach bei Veräußerung auf mich laden würde, nicht herausgeben.

 

Insgesamt kann ich jedoch sagen, dass ich in erster Linie für meine Mitmenschen schöpfe und meine Werke dort ihre Heimat finden sollen. Schließlich digitalisiere ich meine Bilder und Karten ja auch alle und ich kann darüber hinaus fortlaufend Neues schaffen. Nicht zu Letzt ist die schönste Freude, der schönste Lohn, wenn andere sich an den Werken erfreuen. Somit bedeutet eine Veräußerung kein ernsthafter Verlust für mich.

 

Klein Nils
Klein Nils

 

Ich denke, der Leser hat nun einen Eindruck von Dir gewonnen und kann Deine Bilder auch besser verstehen. Vielleicht hast Du aber noch etwas für den Leser mitzuteilen ?

 

Meine Bilder sind bis Oktober 2006 mit meinem Geburtsnamen Ringelhäuser, bis 2011 mit bürgerlichem Namen Bayer und ab November 2011 mit meinem von da an gültigen Künstlernamen Natalie Bavié bzw. - wie bereits vormals auch schon - mit N.B. signiert.

Passend zu meinem Vornamen Natalie als Nebenform zum französischen „Nathalie“ wollte ich immer gerne einen französischen Nachnamen tragen. Ich habe mich für den Namen Bavié entschieden, den ich als Abwandlung der französischen Familiennamen „Baivier/Barvier/Bavier/Bouvier“ verwende, was so viel bedeutet wie „Mann aus Bayern stammend“ (s. auch französische Übersetzung „Bavière“ für „Bayern“). Damit verkörpert die Wahl drei wesentliche meiner Persönlichkeitsmerkmale: Meine bayerische Gebürtigkeit, meinen bürgerlichen Ehenamen Bayer und meine Liebe und emotionale Bindung zu Frankreich. Den Namen trage ich in seiner Bedeutung darüber hinaus in Dankbarkeit zu Ehren meines Ehemannes und meiner Tochter, die meine künstlerische Entwicklung in großem Maße mit „beflügelt“ haben.

Weitere Ursprünge für meinen Künstlernamen liegen in meinem Glauben an die Bedeutung und Wirksamkeit von Seelenzahlen, die Anhand des Namens errechnet werden können. Der Name Natalie Bavié verkörpert in doppeltem Maße Malerei und Schriftstellerei. Nicht zu Letzt begründet sich meine Wahl in meiner angestrebten Kunstrichtung sowie in erwünschter Harmonie mittels klangvollem Reim: Natalie Bavié – www.AtelierGalerieNatalie.de. So empfinde ich meinen Namen voll und ganz als passend und stimmig.

  

Ich darf mich bei Dir für das Interview bedanken und wünsche Dir weiter viel Freude und Erfolg bei der Kunst.

 

Herzlich gerne. Ich sage ebenfalls vielen Dank!

 

La belle Mode – Licht- und Schattenspiele V
La belle Mode – Licht- und Schattenspiele V